Wer sollte sich gegen Pneumokokken impfen lassen?

Vorbeugen ist besser als heilen: Da Resistenzen auf dem Vormarsch sind, können sich nicht alle Patienten darauf verlassen, dass ihnen im Falle einer Pneumokokken-Infektion unproblematisch geholfen werden kann.

Damit es erst gar nicht zu einer akuten Lungenentzündung kommt, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut die Pneumokokken-Impfung für folgende Zielgruppen:

Impfempfehlung für folgende Zielgruppen:

  • Säuglinge und Kleinkinder bis zum zweiten Lebensjahr
  • Erwachsene ab dem 60. Lebensjahr
  • chronisch kranke Menschen, z. B. mit Herzerkrankungen, Diabetes, chronischen Lungen-, Leber- oder Nierenerkrankungen
  • bei angeborenen oder erworbenen Immundefekten

Wann und wie sollte geimpft werden?

Der beste Schutz vor einer Pneumokokken-Erkrankung ist die Impfung, die gegen die häufigsten Arten des Erregers wirkt. Bei Erwachsenen ist eine einmalige Injektion in der Regel ausreichend und wird von der Krankenkasse bezahlt. Der Impfschutz beginnt etwa drei Wochen nach der Impfung. Impfstoffe der neuesten Generation sorgen auch bei älteren Patienten, die ein erhöhtes Risiko für schwere Pneumokokken-Infektionen haben, für eine gute Immunantwort.

UNSER TIPP: Die Pneumokokken-Impfung kann gemeinsam mit der Grippe-Impfung verabreicht werden. Sprechen Sie Ihren Hausarzt beim nächsten Besuch darauf an.

Bei Kindern ist die Impfung gegen Pneumokokken Bestandteil des kostenlosen Kinderimpfprogramms, in dessen Rahmen alle Säuglinge ab dem zweiten Lebensmonat geimpft werden. Im Unterschied zu Erwachsenen müssen Säuglinge und Kleinkinder mehrfach geimpft werden, um ausreichend vor Pneumokokken-Infektionen geschützt zu sein.

Wie funktioniert impfen eigentlich?

Ein Impfstoff enthält abgeschwächte Krankheitserreger oder Teile ihrer Struktur. Damit wird eine Reaktion des Immunsystems ausgelöst. Besonders wichtig ist dabei die Bildung von Antikörpern. Durch sie ist der Körper geschützt, wenn der echte Krankheitserreger auftaucht. Das Immunsystem hat durch die Impfung "gelernt", rasch und effektiv auf Erreger zu reagieren.

Die STIKO empfiehlt aktuell drei Impfdosen für termingerecht geborene Säuglinge:

Wie sicher sind Impfstoffe?

Pneumokokken-Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich. Der Impfstoff wird in den Oberarm injiziert. In einigen Fällen treten lokale Reaktionen wie Schwellungen, Rötungen oder Schmerzen rund um die Einstichstelle auf. Möglich sind auch leichte Allgemeinbeschwerden wie Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur oder Muskelschmerzen. Bei Babys und Kleinkindern sind ebenfalls nur selten Nebenwirkungen zu beobachten. Manchmal kommt es zu Appetitlosigkeit, Schläfrigkeit oder Unruhe.

Wichtig ist es, die Impfung wie alle anderen Impfungen auch im Impfpass dokumentieren zu lassen.

Gut zu wissen

Durch Impfung mit einem Pneumokokken-Impfstoff wären 3.270 bis 5.090 Todesfälle, die durch eine von Pneumokokken verursachte Lungenentzündung entstehen, pro Jahr vermeidbar.

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